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Weihnachtsbaum in Zahlen und Fakten

Weihnachten im Coronajahr

·        Der natürliche Weihnachtsbaum gehört dazu

·        Wie halte ich ihn möglichst lange frisch?

Bonn, 03.12.2020 In diesem Jahr haben Weihnachten und seine Traditionen eine größere Bedeutung für uns. Schon für das vorweihnachtliche Schmücken der Wohnung nehmen sich viele mehr Zeit und Muße, da man dieses Jahr mehr zuhause sein wird. Auch wollen mehr Haushalte in diesem Jahr einen Weihnachtsbaum aufstellen.

Bäume aus dem regionalen Wald, also die einheimischen Fichten, Tannen oder Kiefern mit Öko-Zertifikat von Bioland, FSC oder PEFC, sind nach Meinung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) eine gute Wahl für den umweltbewussten Weihnachtsbaumkauf. In diesem Jahr sind auch vermehrt Weihnachtsbäume im Verkauf, die zusätzlich das Fair-Trees-Siegel tragen, das faire Arbeitsbedingungen beim  Zapfen pflücken in Georgien garantiert.

Die SDW hat ein paar gute Tipps zusammengestellt, mit denen Sie noch sorgloser die Weihnachtszeit verbringen können.

Beim Kauf:

Damit der Baum die Wochen in der Wohnung ohne viel Nadelverlust übersteht, sollte er frisch geschlagen sein. Wenn die Nadeln glänzen, beim leichten Schütteln nicht abfallen und die Schnittstelle weiß und nicht trocken ist, hat man einen frisch geschlagenen Baum gefunden.

Zuhause angekommen, benötigt er eine schattige Stelle oder einen Raum mit maximal 10 Grad sowie einen Eimer mit Wasser. Hat man nur einen sonnigen Platz, sollte der Baum abgedeckt werden. Die SDW empfiehlt, den Baum noch im Netz zu belassen, da dadurch weniger Wasser verdunstet.

Im Haus:

Bevor der Baum ins Wohnzimmer kommt, sollte er angesägt werden, da eine frische Schnittstelle das Wasser besser aufnehmen kann. Einen Tag vor dem Schmücken wird dann das schützende Netz entfernt, damit die Äste ihre natürliche Stellung wieder eingenommen haben, bevor es zum letzten Schliff durch das Schmücken kommt.

Im Wohnzimmer sollte der Baum nicht direkt neben der Heizung oder einem Ofen stehen und nachts die Heizung abgedreht werden. Bei Fußbodenheizung hilft eine Styroporplatte, den Baum frisch zu halten. Ein zimmerhoher Baum braucht täglich bis zu zwei Liter frisches Wasser. Das Besprühen der Nadeln mit Wasser hat sich ebenfalls bewährt. Gibt man in den Ständer noch einen Esslöffel Zucker, verlängert dies nach unseren Erfahrungen die Lebensdauer.

Ein Weihnachtsbaum mit Ballen muss bereits im Freien regelmäßig gegossen werden. Er sollte erst kurz vor dem Heiligabend ins Zimmer gestellt werden. Möglichst nach zwei bis drei Tagen sollte der Baum wieder ins Freie kommen und dort, sobald es frostfrei ist, eingepflanzt werden.

Entsorgung:

Fast alle Kommunen sammeln die Weihnachtsbäume im Januar mit der Müllabfuhr wieder ein. Doch es gibt auch noch weitere sinnvolle Verwendungen:

Haben sie einen Bio-Weihnachtsbaum gekauft, freuen sich Zoos und Tierparks über alte Bäume. Die Tiere spielen gerne mit den Bäumen und fressen die Nadeln und die Rinde mit Vorliebe.

Die Zweige lassen sich auch im eigenen Garten als Frostschutz für die Pflanzen verwenden. Eine Entsorgung im Wald ist keine gute Idee. Beide, der normale und der Bio-Weihnachtsbaum, verrotten sehr langsam. Die Einstufung als Müll verbietet die Entsorgung im Wald.

Daten zum Weihnachtsbaum 2020
(aktualisiert: 26.11.2020)

Zwischen 23 und 26 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Private Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zu 80 % einen Weihnachtsbaum zu Weihnachten auf.

Aktuelle Trends:

  • Die Experten erwarten  höhrere Preise.  NRW, dem Bundesland mit den meisten Weihnachtsbaumplantagen, bestätigt die Vermutung. Nordmanntannen kosten dann zwischen 20 und 25 Euro pro laufenden Meter. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 10 bis 16 Euro und die Fichte bei 6 bis 10 Euro.
     

  • Gründe sind die zusätzlichen Ausgaben für Corona-Auflagen wie Desinfektion, extra Personal und besonders große Verkaufsflächen.

  • Angesichts der Coronakrise rechnet man wegen der Rückbesinnung auf "echte" Werte mit einer größeren Nachfrage nach natürlichen Weihnachtsbäumen. Auch der breite Konsumverzicht bei Plastik unterstützt diesen Trend.

  • Traditionell fand der Weihnachtsbaumkauf in der Woche vor Heiligabend statt. Inzwischen wird der Baum gerne auch schon während der Adventszeit nicht nur draußen, sondern dank der langlebigen Nordmanntanne auch in der Wohnung aufgestellt.

  • Die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu.
     

  • Der Trend nach Regionalität verstärkt sich: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.

  • Der Online-Weihnachtsbaumverkauf wächst weiter. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes BITCOM gaben 11 Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet  bestellen zu wollen. Das Angebot wird immer umfangreicher und komfortabler. Eine Lieferung ins Haus - sogar geschmückt - ist inzwischen möglich.

  • Zehn bis zwölf Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft.

Wie sieht der Öko-Weihnachtsbaum aus?

Nach Ansicht der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) kommt der „Weihnachtsbaum mit dem reinsten Gewissen“ entweder direkt aus dem Wald (Nachfrage beim Förster) oder von Plantagen aus der Region und ist mit Zertifikaten wie FSC, PEFC, Naturland oder Bioland ausgezeichnet, die umweltfreundlicheren Anbau garantieren. Zu oft wird auf Weihnachstbaumplantagen noch mit Dünge-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln gearbeitet. Die Zahl der zertifizierten Plantagen nimmt zu. Eine natürliche Unkrautbekämpfung erfolgt mit Wildkrautbürsten oder Mulcher mit Feinaustastung oder durch Schafe.

Haben die trockenen Sommer den Weihnachtsbäumen geschadet?
Die Ausfälle durch die Trockenheit betreffen vor allem die dies- und letztjährigen Neuanpflanzungen (viele abgestorben, braune und zu kurze Triebe), die erst in acht Jahren verkauft werden. Die älteren Bäume entwickeln meterlange Pfhalwurzeln und versorgen sich aus tieferen Bodenschichten.

Die Schäden sind regional sehr verschieden. Verluste wurden bereits aus dem Osten NRWs, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeldet. Im Hauptanbaugebiet, im Sauerland, sind je nach Exposition zur Sonne, auch Schäden vorhanden.
Die Trockenheit kann auch zu hellerem Grün bei den Bäumen führen. Außerdem haben die Bäume die älteren, inneren Nadeln abgeworfen, um ihre Verdunstung zu verringern (Nadelinnenschütte). Trotzdem kann der Markt ausreichend bedient werden.

Kommen jetzt normale Jahre mit ausreichend Niederschlägen, wird es erst in acht Jahren knapp. Bleibt es weiterhin zu trocken, werden die obengenannten Schäden eher zu minderen Qualitäten führen und Nachpflanzungen werden fast unmöglich. Eine Kompensation durch Importe aus Dänemark ist im Moment unwahrscheinlich. Dort tritt seit 2014 eine Baumkahlung (innere Nadeln) oder Gelbfärbung der Nadeln auf. Man führt diese auf Magnesiummangel zurück. Da auch entsprechende Düngung nicht den gewünschten Effekt brachte, gehen Wissenschaftler der Uni Kopenhagen davon aus, dass einige Bäume genetisch bedingt für das Schadbild anfälliger sind und auch ihre Fähigkeit Magnesium zu verwerten geringer ist.


Was sind die beliebtesten Bäume?
Die Nordmanntanne ist mit 75 Prozent der mit Abstand beliebteste Baum. Dann folgen die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit 7 Prozent und die Edeltanne/Nobilistanne mit 3 Prozent. In den 70er Jahren war die Blaufichte europaweit besonders beliebt. Seit 1980 ist die Nordmanntanne der Favorit.


Weihnachtsbaumlexikon

Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist gemessen am Marktanteil der beliebteste Weihnachtsbaum. Benannt ist sie nach dem finnischen Botaniker Alexander von Nordmann, der sie 1836 im Kaukasus entdeckte. Die Nordmanntanne wird nur für Weihnachtsbaumzwecke angebaut. Sie hat weiche, glänzend-tiefgrüne, nichtstechende Nadeln, wächst gleichmäßig und hält mehrere Wochen in geheizten Zimmern aus, ohne die Nadeln zu verlieren. Ihre Nadeln stechen nicht, sodass das Schmücken auch ohne Handschuhe möglich ist.  Erkennbar ist sie an der glänzenden dunkelgrünen Oberseite und vor allem an den zwei weißen Streifen auf der Unterseite.

Die Blaufichte (Picea pungens) - oft fälschlicherweise als „Edeltanne" bezeichnet - ist der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Sie stammt aus Nordamerika und wird seit 1860 in Europa angebaut. Ihre Nadeln haben einen blauen Schimmer, dessen Intensität einerseits vom Typ, andererseits von der Witterung abhängig ist. Die Blaufichte hat eine mittlere Haltbarkeit und liegt preislich etwas über der Fichte. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und für echte Kerzen geeignet. Ihre Nadeln stechen stark, duften aber herrlich nach Wald.

Die Edeltanne (Abies procera), auch Nobilistanne (Abies nobilis) genannt, stammt aus dem westlichen Nordamerika und wurde erst 1930 nach Europa eingeführt. Sie liegt etwa auf dem gleichen Preisniveau wie die Nordmanntanne, ist aber noch haltbarer. Sie hat etagenförmig angeordnete Zweige und weiche, blaugrüne Nadeln, die äußerst intensiv nach Orangen duften. Den Geruch kann man noch verstärken, indem man die am Stamm befindlichen Harztaschen (kleine Beulen) mit einer Nadel aufpiekst.

Die Fichte (Picea abies), wegen ihrer kupferbraunen Rinde auch Rottanne genannt, ist in Deutschland mit einem Waldflächenanteil von über 28 Prozent die verbreitetste Baumart. Die im Rahmen der regulären Waldpflege entnommenen Bäume werden, wenn sie ansehnlich gewachsen sind, auch als Weihnachtsbäume verkauft. Die Fichte ist der preiswerteste Weihnachtsbaum, allerdings weist sie auch die geringste Haltbarkeit auf, denn sie nadelt in warmen Räumen schon nach wenigen Tagen.

Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) gehört weder zu den Tannen noch zu den Fichten, sondern sie bildet eine eigene Gattung. Sie war vor der Eiszeit auch in Europa heimisch, überlebte aber nur in Nordamerika. Der schottische Botaniker Douglas - daher der Name - führte sie im 18. Jahrhundert wieder nach Europa ein. Aus forstlicher Sicht ist sie bei uns heute die wichtigste „fremdländische" Baumart. Die Douglasie hat weiche, dünne Nadeln, die einen intensiven Zitrus-Duft verströmen. Wegen ihrer dünnen, biegsamen Zweige ist sie nur für leichten Baumschmuck geeignet. Ihre Haltbarkeit ist etwa mit der Blaufichte zu vergleichen; preislich ist sie etwas günstiger als diese.

Die Kiefer (Pinus sylvestris) hat schöne Nadeln und einen interessanten Wuchs. Dieser ungewöhnliche Weihnachtsbaum bleibt in der Wohnung lange frisch. Er duftet besonders schön nach Wald, ist aber schwierig zu schmücken.

Die Colorado-Tanne (Abies concolor) hat lange, silbergraue Nadeln, einen lebhaften Wuchs und einen schönen Duft.

Die Korea-Tanne (Abies koreana) kommt, wie ihr Name schon verrät, aus Korea. Bei uns wird sie ca. 12 Meter hoch. Sie eignet sich gut als Christbaum mit Ballen.


Geschichte des Weihnachtsbaumes

Die Entwicklung des Weihnachts-/Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. Lorbeer- und Tannenzweige wurden schon bei den Römern zum Jahreswechsel angebracht, um sich gegen Krankheit oder böse Geister zu schützen. Auch das Behängen der Bäume mit Äpfeln hat eine lange Tradition, die an den Sündenfall und die Befreiung des Menschen von der Erbsünde erinnern soll.

Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Anderen Überlieferungen sagen, dass in Riga 1510 auf einem öffentlichen Platz der erste geschmückte Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Noch heut erinnert eine Gedenktafel in Riga an dieses Ereignis. Erst hundertzwanzig Jahre später, 1539, gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, über einen Weihnachtsbaum im Straßburger Münster.

Einige Historiker sehen den Beginn der Weihnachtsbaumtradition Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Weihnachtsbäume zum ersten Mal neben mit Süßem und Äpfeln auch mit Kerzen geschmückt wurden. 1611 soll die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen aufgestellt haben. 1775 führte Johann Wolfgang von Goethe den Weihnachtsbaum am Hofe zu Weimar ein. Tatsächlich taucht 1774 in Goethes Werk "Die Leiden des jungen Werthers" zum ersten Mal in der deutschen Literatur der Weihnachtsbaum auf. 

Da der Weihnachtsbaum lange Zeit als heidnischer Brauch von der katholischen Kirche abgelehnt wurde, wurde er erst im 19. Jahrhundert - ausgehend vom Adel- als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes zum Volksbrauch. Der Vatikan konnte sich lange Zeit mit dem Weihnachtsbaum nicht anfreunden. Erst seit 1982 steht ein geschmückter Baum auf dem Petersplatz in Rom. Seitdem erkenne die katholische Kirche das Symbol offiziell an.

Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen. 1878 wurde Lametta in Nürnberg entwickelt und brachte dem baum winterlichen Glanz. Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts nahmen die Tradition mit nach Amerika, von wo aus sie sich über die ganze Welt verbreitete. 1891 wurde der erste Weihnachtbaum mit elektrischer Beleuchtung vor dem Weißem Haus des Prösidenten Benjamin Harrison in Amerika aufgestellt und seitdem ist der Brauch offiziell "amerikanisch".


Produktion eines Weihnachtsbaumes
Für einen Weihnachtsbaum in marktgerechten Qualitäten braucht man entsprechendes Saatgut. Für die Nordmanntannen wird es aus Georgien importiert. Das Saatgut aus Georgien zeichnet sich durch besonders schönes Wuchsbild und einen späten Austrieb aus, was das Frostrisiko vermindert.
Die Sämlinge sind dann zwei Jahre im sogenannten Saatbett in der Baumschule. Dann werden sie umgepflanzt. Nach weiteren zwei Jahren wird der mittlerweile vierjährige Baum in die endgültige Weihnachtsbaumkultur gepflanzt. Um die gewünschte Größe zu erreichen, dauert es nochmal acht bis zehn Jahre. Der Arbeitsaufwand für einen Hektar beträgt jährlich 80 Stunden und besteht zum Großteil aus Handarbeit. (BWS)

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