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Tag des Baumes

Eine Linde für die Zukunft - Tag des Baumes 2016 in Göttingen

Um in der Gesellschaft auf die hohe Bedeutung der Bäume und des Waldes hinzuweisen, gab es rund um den Tag des Baumes am 25. April auch in diesem Jahr wieder vielerorts Pflanzaktionen mit den SDW-Kreisverbänden. In Göttingen ließ es sich Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hierbei nicht nehmen, selbst zum Spaten zu greifen. Gemeinsam mit der SDW, der Jägerschaft und der Stadtverwaltung pflanzte er auf dem Stadtfriedhof nahe des Torhauses eine Winterlinde. "Unter den Bäumen des Jahres war mir die Elsbeere die liebste", verriet er am Rande der Aktion, doch so oder so zeige jeder Baum in seinem Wachstum, "dass Gelingen Zeit braucht."

Seit 1952 wird der Tag des Baumes in Deutschland gefeiert. Die Idee hierzu ist aber schon viel älter. Fast ein Jahrhundert früher hatte der Journalist und Farmer Julius Sterling Morton im baumarmen Nebraska (USA) die Arbor Day-Resolution verfasst, in der er 1872 einen jährlichen Tag des Baumes forderte. Von Morton stammt auch der Ausspruch: „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ – eine bis heute gültige Aussage, die SDW-Kreisverbandsgeschäftsführer Georg Leefken anlässlich der aktuellen Pflanzung noch einmal hervorhob.

Weil Naturschutz und nachhaltige Nutzung auch bei den Jägern eine große Rolle spielen, gehörte auch Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdvereins, zur Runde der tatkräftigen Helfer. Er sorgte mit dem Jagdhorn-Bläsercorps der Jägerschaft Göttingen zusätzlich für einen feierlichen Rahmen der Veranstaltung. Abgerundet wurde der Tag schließlich durch eine Führung über den Baumlehrpfad durch Fred-Günter Schröder, der als emeritierter Professor für Pflanzensystematik keine Frage unbeantwortet ließ. Die SDW bedankt sich für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und die ausgezeichnete Vorbereitung durch die Stadt Göttingen.

Zum Bild: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (rechts) mit tatkräftiger Unterstützung durch (v.l.n.r.) Norbert Mattern, Wolfgang Gieße, Georg Leefken, Dieter Hildebrandt, Fred-Günter Schröder, Gudrun Friedrich-Braun, Dietmar Uhlendorff und Hartwig Fischer.     Foto: Harald Wenzel, Göttinger Tageblatt

Tag des Baumes - Heute

Zahlreiche Veranstaltungen mit Baumpflanzungen werden seitdem von der SDW mit Städten, Gemeinden und Forstämtern am 25. April durchgeführt. Dank vieler helfender Hände und durch finanzielle Unterstützung von Sponsoren und Spendern wurden bei diesen Aktionen im Laufe der Zeit viele Millionen Bäume gepflanzt. Wie jedes Jahr werden der Bundes-, die Landes-, Kreis- und Ortsverbände der SDW den Tag des Baumes mit Baumpflanzungen und vielfältigen Veranstaltungen begehen.

Tag des Baumes - Geschichte

Die Tradition des Tag des Baumes in Deutschland reicht bis ins Jahr 1952 zurück. In diesem Jahr begründete Dr. Robert Lehr, der Präsident der SDW zusammen mit dem ersten Bundespräsidenten, Professor Dr. Theodor Heuss, diesen Ehrentag für den Baum in Deutschland. Fast ein Jahrhundert früher hatte der Journalist und Farmer Julius Sterling Morton im baumarmen Nebraska (USA) die Arbor Day-Resolution verfasst, in dem er 1872 einen jährlichen Tag des Baumes forderte. Am 10. April 1872 pflanzten erstmals Bürger und Farmer mehr als eine Million Bäume. Kaum zwei Jahrzehnte später hatte sich dieser Gedenktag für die Zukunft in allen Staaten der USA verbreitet. Von Morton stammt der Ausspruch „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ – ein Satz, dessen Aussage heute noch besticht. Am ersten Tag des Baumes in Deutschland – am 25. April 1952 – formulierte die SDW ihr Ziel für die Zukunft: In jeder Gemeinde und Schule sollen der Bevölkerung und insbesondere der Jugend durch symbolische Pflanzungen und Veranstaltungen die hohe Bedeutung des Baumes näher gebracht werden. Der erste Tag des Baumes war noch ganz durch die Nachkriegssituation geprägt. Er richtete sich damals gegen die Übernutzung der Wälder. Während des Krieges und durch den sogenannten Reparationshieb der Alliierten fand auf zehn Prozent der deutschen Waldfläche ein Kahlschlag statt. In den ersten Nachkriegsjahren wurde zwischen 9 bis 15 mal mehr Holz eingeschlagen, als nachwachsen konnte. Anfang der 50er Jahre bestand noch immer eine Kohlekrise. Die zugeteilte Menge von 15 Zentner Kohle je Jahr und Haushalt reichten nicht aus, so dass verstärkt Brennholz eingeschlagen wurde. Der Tag des Baumes 1952 diente der Rückbesinnung auf die Nachhaltigkeit – einem Prinzip, das seit fast 150 Jahren das Handeln der Forstwirtschaft geprägt hatte.

Tag des Baumes am 25.04.1952, Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss pflanzte im Bonner Hofgarten einen Ahorn, rechts Bundesinnenminister Dr. Robert Lehr, Präsident der SDW von 1947 - 1956

Nachfolgend einige Höhepunkte in der jüngeren Geschichte des Tag des Baumes:

  • 2014 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt pflanzt den Baum des Jahres in Berlin und eröffnet die SOKO Wald-Aktion 2014.
  • 2013 Umweltminister Peter Altmaier pflanzt einen Baum im Parlament der Bäume.
  • 2012 Ronald Pofalla pflanzt eine Buche im Kanzlerpark.
  • 2011 Bundesaußenminister Guido Westerwelle beendet die größte Mitmachaktion für Bäume mit der Pflanzung einer Blasenesche im Bonner Stadtgarten.
  • 2010 Baumpflanzung mit dem Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen in Bonn.
  • 2009 wurde der Tag des Baumes unter anderem mit zwei Großveranstaltungen begangen. Gemeinsam mit der Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wurden im Berliner Tiergarten Eichen gepflanzt. Bei einer Pflanzparty in Zusammenarbeit mit "Plant for the Planet" trafen sich über hundert Kinder aus Berlin zum Start der Aktion "100.000 Bäume für Berlin".
  • 2008 fand der Tag des Baumes unter dem Motto „Bäume verbinden“ statt. Prof. Dr. Maria Böhmer, die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, pflanzte im Garten des „Hauses der Kulturen“ mit Kindern einer Schule mit hohen Migrationsanteil einen Götterbaum, der urbane Luftverunreinigungen besser toleriert als andere Stadtbäume.
  • Zum Tag des Baumes 2007 pflanzte der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert einen Zwetschgenbaum in der Kindertagesstätte des Deutschen Bundestages. Gleichzeitig verschenkte die SDW sechzig Obstbäume an Kindergärten und Tagesstätten, die im folgenden Herbst mit jeweils einer kleinen Feier mit den Kindern gepflanzt wurden.
  • 2006 schloss sich die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel der Tradition des Baumpflanzens an und pflanzte am Jagdschloss Grunewald eine Schwarzpappel.
  • 2002 wurden in Berlin mit dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und in allen Landeshauptstädten mit den Ministerpräsidenten Bäume in der Stadt gepflanzt
  • Im Rahmen der FORD-Aktion „200.000 neue Bäume für 200.000 eingetauschte Altautos“ wurden 1997 30.000 und 1998 40.000 Bäume im Tharandter Wald zum Erreichen eines höheren Laubholzanteils gepflanzt.
  • 1996 wurden mit Hilfe des Modemachers Bogner 10.000 Ahorne an der Wahnbachtalsperre in der Nähe von Bonn gepflanzt.