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Naturschutz und Umweltbildung – neues Projekt für Kinder und Jugendliche in der Lüneburger Heide

Gemeinschaft erleben im Naturschutz - Abenteuercamp in den Sommerferien vom 17. bis 30. Juli 2017 in Lopau

Raus aus dem Alltag und die Sorgen einmal hinter sich lassen. Die eigene Zeit und Energie für ein gemeinsames Ziel einsetzen. Die Welt ein bisschen besser machen. Im Sommercamp der Waldjugend Niedersachsen ist das durch ein Projekt mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald für Kinder und Jugendliche möglich. Im Rahmen eines zweiwöchigen Zeltlagers in der Lüneburger Heide leisten sie handfeste Naturschutzarbeit, gestalten die Zukunft damit aktiv mit und sind Teil einer starken Gemeinschaft – über Kultur-, Sprach- und Bildungsbarrieren hinweg.

Der kleine Heidebach „Lopau“, um den sich die Maßnahmen drehen, hat die Hilfe der jungen Naturschützer bitter nötig. Nach Jahrzehnten der Versandung durch zurückliegende, menschliche Einwirkungen bekommt sein Bett nun wieder eine naturnahe Geröllsohle, damit er zum Lebensraum auch für anspruchsvollere Bachbewohner wie Fische und Libellen werden kann. Viele fleißige Hände und unermüdliche Füße ersetzen dabei schwere Maschinen und sorgen so dafür, dass kaum Spuren des Eingriffs sichtbar sind.

Wenn der Einsatz in kleinen Teams mit Schubkarre und Schaufel am Vormittag beendet ist, ergänzen gewässerökologische Untersuchungen die eigenen Erfahrungen in der Natur. Richtig dabei sein, statt nur davon zu hören, ist hier das Motto. Altersgerechte Spiele und Lagerfeuerromantik gehören natürlich auch dazu. Gekocht wird übrigens ebenfalls unter Beteiligung der jungen Teilnehmer, denn auch das bewusste Zubereiten und Essen frischer und vollwertiger Lebensmittel zählt zum Konzept des Sommerlagers.

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz fördert das auf drei Jahre ausgelegte Projekt durch die Bereitstellung von EFRE- und Landesmitteln. Auch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung ist von dem Vorhaben überzeugt und beteiligt sich an der Förderung. Zusätzliche Unterstützung leisten der Bundesforstbetrieb Lüneburger Heide sowie die Niedersächsischen Landesforsten, auf deren Flächen das Projektgebiet liegt.

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Anmeldung für 2017

Auch in diesem Jahr, vom 17. bis 30. Juli, richten SDW und Waldjugend wieder ein Sommerlager im Heidekreis ein. Helfen Sie mit, dass auch Kinder (ab 10 Jahren) und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien den Weg zu diesem Angebot finden.

Die Anmeldung zum Sommercamp nimmt Landesleiter Nicolas Schymkowitz von der Waldjugend Niedersachsen entgegen: landesleitung@waldjugend-niedersachsen.de.

Weitere Informationen erhalten Sie auch in der Geschäftsstelle der SDW unter 0511 - 363590 oder per E-Mail über info@sdw-nds.de.

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So startete das Projekt im Jahr 2016:

S.

Umweltminister Stefan Wenzel überreicht Förderbescheid an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Waldjugend Niedersachsen

Umweltminister Stefan Wenzel hat am 13. Oktober den Förderbescheid für das Umweltbildungsprojekt zur Renaturierung der Lopau bei Munster (Heidekreis) an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Waldjugend Niedersachsen überreicht. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen wollen diese den kleinen Heidebach wieder zu dem machen, was er einmal war: Lebensraum für Fische wie das Bachneunauge und andere anspruchsvolle Bewohner, die einen naturnahen Bachlauf zum Leben brauchen.

„Das Projekt ist schon etwas ganz Besonderes, denn die Kinder und Jugendlichen führen hier nicht nur aktive Naturschutzmaßnahmen durch, sondern erleben auch eine tolle Zeit mit viel Umweltbildung und guter Gemeinschaft in den Sommercamps", betont Minister Wenzel gegenüber dem NDR und fügt an: „Sich das Essen selbst zu kochen – mit frischen Lebensmitteln aus der Region – und abends am Lagerfeuer Lieder zu singen, das prägt einen Menschen. Ich habe in meiner Jugend so etwas auch sehr gerne gemacht und kann mich noch gut daran erinnern."

Bereits der Auftakt des auf drei Jahre ausgerichteten Projekts in den zurückliegenden Sommerferien war ein voller Erfolg. SDW und Waldjugend arbeiten dabei in enger Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten, durch deren Flächen die Lopau fließt. „Als wichtigste Maßnahme wollen wir im Bachbett wieder eine Geröllsohle herstellen, die die Fließgewässereigenschaften der Lopau deutlich verbessern wird“, erläutert Dieter Pasternack, Vorsitzender der SDW in Niedersachsen, und ergänzt: „Dieses Vorhaben ist natürlich hervorragend dazu geeignet, um Kinder und Jugendliche für einen aktiven Naturschutz zu begeistern und sie an unserem Umweltbildungsangebot teilhaben zu lassen“. 

Das sieht auch Dr. Andreas Lindemann von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung so. Die Stiftung beteiligt sich ebenfalls an der Finanzierung des Projektes. „Mit diesem Konzept machen die SDW und die Waldjugend vor, wie wir uns eine gelungene Umweltbildung vorstellen. Das hat Vorbildcharakter und wird sicher auch in den kommenden Jahren erfolgreich fortgeführt werden", so Lindemann bei seinem Grußwort.

Im Zuge landwirtschaftlicher Entwässerungsmaßnahmen um 1900 war die Lopau an den Rand ihres Stromtals verlegt worden und hatte dadurch ihre ursprüngliche Geröllsohle verloren. Das regelmäßige Ablassen der am Oberlauf gelegenen Fischteiche hat die Sandablagerungen dann zusätzlich vermehrt. Nachdem die Fischteichwirtschaft extensiviert wurde, ist der Bachlauf inzwischen von dieser fortwährenden Versandung befreit. Das Gebiet ist Teil des Naturparks Lüneburger Heide sowie des FFH-Gebietes 2626-331 "Gewässersystem der Luhe und der unteren Neetze". Die Wiederherstellung eines naturnahen Bachbettes macht jetzt also Sinn und wird weitere positive Effekte in natürlicher Weise nach sich ziehen. Von den ursprünglich für drei Jahre eingeplanten 90 Tonnen Kies sind gleich im ersten Sommer schon rund 70 Tonnen durch die fleißigen Kinder und Jugendlichen eingebracht worden. An Motivation hat es also nicht gemangelt und so wird für die nächsten zwei Einsätze wohl weiterer Kies benötigt. Die Lopau wird dann in einem mindestens 1.500 Meter langen Abschnitt ökologisch aufgewertet sein.

Um hierbei Störungen sensibler, bachbegleitender Bereiche zu vermeiden, erfolgt die Ausbringung des Substrats übrigens ausschließlich in Handarbeit und unter Nutzung von Schubkarren und Schaufeln. „Auf den Einsatz schwerer Maschinen verzichten wir bewusst, denn wir wollen den Lebensraum ja ganz gezielt aufwerten, ohne dabei vorhandene Strukturen zu beeinträchtigen“, erläutert Oliver Richter, Förster für Waldökologie und Naturschutz von den Niedersächsischen Landesforsten. Die zusätzliche naturschutzfachliche Begleitung des Projekts wird durch den renommierten Gewässerökologen Dr. Reinhard Altmüller wahrgenommen und erfolgt in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Heidekreises.

„Die Kinder und Jugendlichen werden in kleine Teams aufgeteilt, die jeweils von einem fachkundigen Mitarbeiter angeleitet und betreut werden. Gemeinsam etwas schaffen -  auch darum geht es in unserem Projekt“, betont Dr. Stephan Löb, Vertreter der Waldjugend, und fügt an: „In der Waldjugend sind viele Kinder und Jugendliche aus dem Raum Munster und Umgebung aktiv. Die Stadt Munster unterstützt die Waldjugend durch die Bereitstellung unseres Landesheims seit vielen Jahren. Durch Naturschutzprojekte wie dieses wollen wir uns für die Unterstützung bedanken.“

Dieser Dank ist angekommen und so betonen Landrat Manfred Ostermann (Heidekreis) und Christina Fleckenstein, Bürgermeisterin der Stadt Munster, dass das Engagement in Lopau gerade auf lokaler Ebene auf großen Zuspruch stoße. Beide sichern der Waldjugend und dem Projekt auch weiterhin ihre Unterstützung zu.

Zum Konzept
Das Projekt ist als zweiwöchiges Sommerlager konzipiert, welches in drei aufeinander folgenden Jahren durchgeführt wird. Während am Vormittag aktiver Naturschutz auf dem Programm steht, wird der Nachmittag für Umweltbildungsangebote  und naturkundliche Workshops rund um den Bach genutzt, bei denen auch externe zertifizierte Waldpädagogen zum Einsatz kommen. Am Abend ist dann Zeit für Lagerfeuerromantik und nettes Beisammensein. Gekocht wird übrigens ebenfalls unter Beteiligung der jungen Teilnehmer, denn auch das bewusste Zubereiten und Essen frischer und vollwertiger Lebensmittel gehört zum Konzept des Sommerlagers. Das geht sogar so weit, dass ein durch den vor Ort zuständigen Revierleiter erlegtes Wildschwein unter fachkundiger Anleitung mit den Kinder und Jugendlichen zerlegt und zubereitet wird.

Das Projekt steht Mädchen und Jungen, unabhängig von Herkunft, Religion und sprachlichen Fähigkeiten gleichermaßen offen und ist dazu geeignet, einen Beitrag zur Integration und Inklusion zu leisten. Sprachbarrieren und andere Unterschiede, die im Alltag trennend wirken, verlieren hier an Bedeutung. Insbesondere Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien sollen in den kommenden Jahren aktiv in das Projekt eingebunden werden. Hierzu wird weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit dem Heidekreis sowie der Stadt Munster angestrebt.

Bild 1: Dieter Pasternack (Mitte) freut sich über den von Minister Stefan Wenzel überreichten Förderbescheid. (von links:) Dr. Stephan Löb, Oliver Richter (NLF), Dieter Pasternack,  Umweltminister Stefan Wenzel, Dr. Andreas Lindemann (Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung)

Bild 2: Dr. Stephan Löb von der Waldjugend Niedersachsen (Mitte) erläutert den Gästen, wie weit die Naturschutzmaßnahmen bereits im ersten Projektjahr gekommen sind. (von links:) Landrat Manfred Ostermann (Heidekreis), Bürgermeisterin Christina Fleckenstein (Stadt Munster), MdL Lutz Winkelmann, Dieter Pasternack,  Dr. Stephan Löb, Umweltminister Stefan Wenzel, Dr. Andreas Lindemann (Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung)

Bild 3: Erster Einsatz an der Lopau im Sommer 2016 - Gewässerökologe Dr. Reinhard Altmüller leitet die Gruppe an.

Fotos: SDW Niedersachsen