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Naturschutzrechtliche Kompensation im Wald

Öffentliche SDW-Fachtagung am 17. Oktober 2017 in Hannover

Mit über 100 Teilnehmenden hat die Fachtagung am 17. Oktober gezeigt, dass auch 40 Jahre nach dem Aufkommen dieses Themas längst nicht alle Fragen geklärt sind.

Bei der Kompensation von Eingriffen in die Natur sind die Wahl der Ausgleichs- oder Ersatzfläche und die Festlegung geeigneter Maßnahme mehr denn je zentrale Punkte. Immerhin gehe es um die Heilung konkreter Verletzungen an Natur und Landschaft und nicht darum, „irgendetwas Gutes" zu tun, so Wilhelm Breuer vom NLWKN in seinem Auftaktreferat, denn Kompensation sei schließlich „kein Wunschkonzert". Das hohe Maß an Verantwortung gegenüber der Natur betonte auch Ludwig Stegink-Hindriks, Naturdienstleistungen & Flächenmanagement der Niedersächsischen Landesforsten, der in seinen Ausführungen deutlicht machte, wie vielfältig die Aspekte insgesamt im Bereich dieses Geschäftsfeldes seien und wie weitsichtig demnach die Planung erfolgen müsse. Manche Ideen müssten deshalb von vornherein verworfen werden, um den ganzheitlichen Ansatz bei der Wiederherstellung des Naturhaushaltes langfristig sicherzustellen.

Wie groß die aktuellen Herausforderungen durch die immer knapper werdende, unbebaute Fläche sind, selbst wenn der Flächenverbrauch künftig sinken sollte, stellte Nora Kretzschmar, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, anschaulich in ihrer Präsentation dar. Ihre Kollegen Heiner Rupsch und Henning Ibold zeigten indes, wie sie sich diesen Herausforderungen in der Praxis stellen und gemeinsam mit den Grundeigentümern passende Lösungen erarbeiten.

Dass es in der Umsetzung nicht ohne eine gute Kommunikation aller Beteiligten geht, machte Janine Käding, Leiterin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Ihrem Vortrag deutlich. Insbesondere der offene Dialog mit den Grundeigentümern gehöre dazu. Eine Einstellung, die Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, nur bestärken konnte. In seinem Grußwort und in der angeregten Diskussion stellte er die Bereitschaft der Waldeigentümer heraus, ihre Flächen im Sinne einer naturverträglichen Nutzung auch ökologisch weiterzuentwickeln. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Wald sei seit jeher in der generationsübergreifenden Bewirtschaftung dieses Kulturgutes verankert. Bewussten Einschränkungen in der Nutzung müssten aber natürlich entsprechende Alternativwertschöpfungen gegenüberstehen.

Wie sich die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Kompensation darstellen, hatte Dr. Dietrich Meyer-Ravenstein, Abteilungsleiter Forsten im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, in seinem Grußwort zu Beginn der Tagung erläutert. Über die Interpretation der gesetzlichen Vorgaben wurde später jedoch ausgiebig diskutiert - vor allem hinsichtlich der beinhaltenden Maßgabe zur Art und Weise der Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen. 

Die SDW richtete die Tagung gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landkreistag, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Waldbesitzerverband Niedersachsen aus. Bei ihnen und den Referenten und Gästen bedankt sich die SDW für das Engagement, in der Sache konstruktiv zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie im nebenstehenden Faltblatt (anklicken zum PDF-Download).

Von unseren Referenten stehen uns folgende Vortragsunterlagen und ergänzende Dokumente als PDF zur Verfügung:


Nora Kretzschmar, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Kretzschmar-Vortragspräsentation_17.10.2017


Wilhelm Breuer, Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Breuer-Vortragspräsentation_17.10.2017
Breuer-Anforderungen_an_Kompensationsmaßnahmen_im_Wald
Breuer-Bevorratung Flaechen+Maßnahmen_INN_2-15_Eingriffsregelung-VI


Janine Käding, Amt für Naturschutz und Landschaftspflege, Landkreis Rotenburg (Wümme)

Käding-Vortragspräsentation_17.10.2017


Ludwig Stegink-Hindriks, Niedersächsische Landesforsten

Stegink-Hindriks-Vortragspräsentation_17.10.2017