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Wald weltweit

Rund 31 Prozent der weltweiten Landoberfläche sind mit Wäldern bedeckt – davon liegt mehr als die Hälfte in nur fünf Staaten (Russland, Brasilien, Kanada, USA und China). In weltweit 50 Staaten war im Jahr 2015 mindestens die Hälfte der Gesamtfläche bewaldet, ebenfalls 50 Staaten gelten als waldarm (< 10 Prozent). Die weltweiten Waldverluste schreiten seit Jahrzehnten voran. Allerdings hat sich das Tempo verringert: Während in den Jahren 1990 bis 2000 im Durchschnitt noch 0,18 Prozent des weltweiten Waldbestandes pro Jahr verloren gingen (7,3 Mio. ha), waren es im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2015 jährlich 0,08 Prozent (3,3 Mio. ha). Dabei sind die Tropen – insbesondere in Südamerika und Afrika – am stärksten betroffen. Seit 1990 ist hier eine Fläche in der Größe Mexikos verloren gegangen (195 Mio. Hektar).

Fakten

Rund 31 Prozent der weltweiten Landoberfläche sind mit Wäldern bedeckt – das entspricht einer Fläche von insgesamt 4,0 Milliarden Hektar (ha). Allerdings ist der Waldbestand sehr unterschiedlich verteilt. Nach Angaben der Food and Agriculture Organization (FAO) entfielen im Jahr 2015 auf die fünf Staaten mit dem größten Waldbestand 54 Prozent des weltweiten Waldbestandes. Allein Russland hatte mit einer Waldfläche von 815 Millionen Hektar einen Anteil von einem Fünftel. Es folgten Brasilien (12 Prozent), Kanada (9 Prozent), die USA (8 Prozent) und China (5 Prozent). Zusammen mit der Demokratischen Republik Kongo (4 Prozent), Australien (3 Prozent) sowie Indonesien, Peru und Indien (jeweils 2 Prozent) steigt der Anteil am Weltwaldbestand auf 67 Prozent.

In weltweit 50 Staaten war im Jahr 2015 laut Weltbank mindestens die Hälfte der Gesamtfläche bewaldet, darunter 9 Staaten, bei denen mehr als 75 Prozent der Fläche mit Wald bedeckt waren. Demgegenüber hatten im selben Jahr elf Staaten der Welt keinen oder nahezu keinen Wald (≤ 0,2 Prozent) und in 39 Staaten bedeckte der Wald weniger als zehn Prozent der Gesamtfläche – die meisten davon liegen in Nordafrika, Westasien oder sind kleinere Inseln. 2015 lebten in diesen 50 waldarmen Staaten rund 1,1 Milliarden Menschen.

Die weltweiten Waldverluste schreiten seit Jahrzehnten voran. Allerdings hat sich das Tempo laut FAO verringert: Während in den Jahren 1990 bis 2000 im Durchschnitt noch 0,18 Prozent des weltweiten Waldbestandes pro Jahr verloren gingen (7,3 Mio. ha), waren es im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2015 jährlich 0,08 Prozent (3,3 Mio. ha). Zwischen 1990 und 2015 hat sich die Waldfläche netto um rund 129 Millionen Hektar reduziert. Dabei sind die Tropen – insbesondere in Südamerika und Afrika – am stärksten betroffen. Hier lag der Waldverlust seit 1990 netto bei 195 Millionen Hektar – das entspricht der Größe Mexikos.

Hauptursache für die weltweiten Waldverluste ist die Umwandlung von Wald- in Ackerfläche. Zusammen mit anderen Nutzungsformen und den Waldverlusten durch Naturkatastrophen gingen zwischen 2010 und 2015 Jahr für Jahr 7,6 Millionen Hektar Wald verloren. Auf der anderen Seite stehen Waldzuwächse – plus 4,3 Millionen Hektar pro Jahr – durch Aufforstung, Wiederaufforstung und durch die natürliche Ausbreitung des Waldes. Die netto Waldverluste liegen demnach gegenwärtig bei 3,3 Millionen Hektar pro Jahr – was in etwa der Größe Belgiens entspricht.

Bezogen auf die einzelnen Regionen erhöhte sich die Waldfläche in den Jahren 2010 bis 2015 in Asien (plus 0,8 Mio. ha pro Jahr), Europa (plus 0,4 Mio. ha), Ozeanien (plus 0,3 Mio. ha) sowie in Nord- und Zentralamerika (plus 0,1 Mio. ha). Auf Afrika und Südamerika entfielen wie schon in den zwei Jahrzehnten zuvor die höchsten Waldverluste (minus 2,8 bzw. 2,0 Mio. ha pro Jahr).

Allein die 10 Staaten, die in den Jahren 2010 bis 2015 die höchsten Waldverluste hatten, verloren jährlich 4,5 Millionen Hektar Wald. An der Spitze standen dabei Brasilien (984 Tsd. ha pro Jahr), Indonesien (684 Tsd. ha), Myanmar (546 Tsd. ha), Nigeria (410 Tsd. ha) und Tansania (372 Tsd. ha). Unter den Top 10-Staaten hat kein Staat relativ mehr Wald verloren als Nigeria: Zwischen 2010 und 2015 sind jährlich 5,0 Prozent der Waldfläche verloren gegangen. Auch in den Jahren 1990 bis 2000 (minus 2,7 Prozent) und 2000 bis 2010 (minus 3,7 Prozent) hatte Nigeria bereits die höchsten Werte.

Auch wenn sich der Waldverlust der "Top 10" gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2000 (minus 7,9 Mio. ha) bzw. der Jahre 2000 bis 2010 (minus 6,0 Mio. ha.) reduziert hat, entspricht der Waldverlust von jährlich 4,5 Millionen Hektar in den Jahren 2010 bis 2015 einem durchschnittlichen Verlust von 8,6 ha pro Minute. 8,6 Hektar entsprechen wiederum einer Fläche von rund zwölf Fußballfeldern.

Auf der anderen Seite lag allein in den 10 Staaten, auf die in den Jahren 2010 bis 2015 die höchsten Waldzuwächse entfielen, die Höhe der Zuwächse bei 3,5 Millionen Hektar pro Jahr. An der Spitze stand dabei mit großem Abstand China mit einem Plus von 1,5 Millionen Hektar. Darauf folgten Australien (308 Tsd. ha), Chile (301 Tsd. ha), die USA (275 Tsd. ha) sowie die Philippinen (240 Tsd. ha). Ein großer Teil der weltweiten Waldzuwächse beruht auf der Zunahme von Waldplantagen. Zwischen 1990 und 2015 nahm die Fläche der Waldplantagen um mehr als 105 Millionen Hektar zu – zwischen 1990 und 2000 um jährlich 3,6 Millionen Hektar, zwischen 2000 und 2005 um jährlich 5,9 Millionen Hektar und zwischen 2010 und 2015 um jährlich 3,3 Millionen Hektar.

Etwa 33 Prozent des weltweiten Waldbestandes sind Urwälder (die Hälfte davon in den Tropen), rund 60 Prozent sind natürliche Wälder, die deutlich durch menschliches Handeln beeinflusst sind, 7 Prozent sind Waldplantagen. Die Urwälder sind als Ökosysteme einzigartig, sie haben eine besondere Bedeutung für die Biodiversität und sind für viele natürliche Kreisläufe unverzichtbar. Zudem sind in den Böden und Wäldern große Mengen Kohlenstoff gespeichert, die bei der Abholzung als Treibhausgas (Kohlendioxid) in die Atmosphäre abgegeben werden. Durch die Abholzung fallen die alten Baumbestände, die für die Akkumulation von Kohlenstoff besonders wichtig sind, auch für die Zukunft aus. Umso dramatischer ist es, dass sich die mit Urwäldern bedeckte Fläche in den Tropen seit 1990 um zehn Prozent reduziert hat (ausgehend von den Staaten, für die durchgehend Daten vorliegen).


Datenquelle:

Food and Agriculture Organization (FAO): Global Forest Resources Assessment 2010 und 2015